Lou Pfote: Frag den Trainer

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Du Hund, Bordeauxdogge, 4,5 Jahre alt, fragt: 

Lou, altes Haus. In unserer Straße wohnt ne verdammt heiße Hündin, eine echt molossische Schönheit. Sie will nichts von mir wissen. Ich darf noch nicht einmal schnuppern. Hast Du ne Idee, wie ich sie auf mich aufmerksam machen kann? Ich würde da gerne mal ran…

Lous Antwort: 

Hi Du Hund, ein ungewöhnlicher Name für einen ungewöhnlichen Hund! Ja, ja, die Frauen, es ist nicht immer einfach mit ihnen. Am besten zeigst du ihr nicht, dass du sie so toll findest. Zeig ihr die kalte Schulter, Brust raus und schreite selbstbewusst an ihr vorbei. Würdige sie keines Blickes, das wird sie verwirren. Und wenn zufällig ein anderer Hund in Sicht ist, nimm ganz ruhig und souverän Kontakt zu ihm oder ihr auf, plaudert ein bisschen über Belanglosigkeiten, über die verschieden Möglichkeiten die Menschen zu erziehen, über lustige Begebenheiten, kurz gesagt, albert ein wenig herum. Wetten, deine Schönheit wird neugierig und eifersüchtig! „Wieso redet er mit dem / der und was ist mit mir?“ Beim nächsten Mal gehst du wieder an ihr vorbei, nickst nur kurz zu ihr rüber, du bist einfach ein ganz cooler Typ. Das imponiert den Frauen, da können sie meist nicht widerstehen! Wetten, beim nächsten Mal wird sie dir zu zwinkern, so als ob ihr gute Bekannte seid, dann wechsle ein paar Worte mit ihr und geht weiter. Wenn du das so fort führst, dann wird es funktionieren. Sie wird der Meinung sein, dass sie den ersten Schritt gemacht hat und dass sie dich erobert hat, dieses Gefühl lieben die Frauen und dann… dann lass sie in dem Glauben. Viel Erfolg und berichte mal, wie es mit euch beiden weitergeht.

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Lou rät: 

Es ist jetzt im Herbst wieder dunkel, wenn ihr mit euren Menschen morgens und abends eure Kontrollrunden durch die Nachbarschaft zieht. Oft regnet es auch oder es ist nebelig, es ist echtes norddeutsches Schmuddelwetter. Da ziehen sich die Menschen warm an, tragen Kleidung, die Regen abweisen kann und auch viele Hunde tragen jetzt schützende Mäntel. Doch leider ist alles oft in dunklen und trüben Farben gehalten. Warum hellen wir nicht alles mit leuchtenden Farben auf, mit Reflektoren oder mit Blinklichtern, wer es möchte auch in verschiedenen Farben, so wie in der Disco? Das sieht gleich alles bunter und fröhlicher aus und Mensch mi Hund werden von anderen Menschen, Radfahrern und Autofahrern schneller gesehen. So könnt ihr eure Menschen vor Unfällen schützen und euch natürlich auch. Also aufgepasst, wenn euer Mensch mal wieder auf der Couch liegt und in den Hundezubehörkatalogen blättert, legt einfach eure Pfote auf die Seite mit den Leuchthalsbändern, vielleicht kapieren Herrchen und Frauchen, was du ihnen sagen willst. Manchmal müssen wir unseren Menschen auf die Sprünge helfen.

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Isis, englischer Windhund, 6 Jahre alt, fragt: 

Eure Fragen an den Trainer sind ja echt nett gemeint, aber mir ist das alles relativ egal. Ihr prallt an mir ab, wie der Wind an meinem glatten Fell. Das einzige, was mich interessiert: Wo kann ich  jagen? 

Lous Antwort: 

Moin Isis, ihr Windhunde seid ja wunderhübsche Hunde, so elegant und schlank, und so pfeilschnell beim Laufen. Ja, das ist euer Problem, ihr seid zum Laufen geboren und zum Jagen, andere Dinge könnt ihr nur sehr schlecht, ihr seid keine Vielseitigkeitskönner. Wir leben nicht in der Wüste oder in der großen unbebauten Natur und das schnelle Laufen ist hier nicht möglich, du triffst ständig auf Menschen, Autos und Häuser. Manch Windhund läuft dann aus Mangel an Gelegenheiten auf einer Rennbahn hinter künstlichen Hasen hinterher, wie peinlich ist das denn! Ich muss es ja nun mal laut sagen: Windhunde passen vom Talent her nicht in Dörfer und Städte und jagen geht schon mal gar nicht. Wenn ihr wenigstens auf eure Menschen und eure Wohnung aufpassen oder morgens nach dem Spaziergang die Zeitung und die Brötchen nach Hause tragen könntet. Doch was macht ihr, liegt dekorativ auf dem Sofa und lasst euch bedienen. Windhunde sind nun mal divenhaft und etwas hochnäsig, entschuldige, wenn ich so direkt bin, aber den Eindruck vermittelt ihr uns „normalen“ Hunden und die Menschen vergöttern euch. Hüpft mal von eurem Sockel herab, spielt mit Menschen, Menschenkindern und Hundekumpels, lauft mit euren Menschen durch die Natur, erschnüffelt die Welt, nehmt an Aktivitäten teil, kurz zusammengefasst: benehmt euch wie alle anständigen Hunde, dann wird das Leben für euch abwechslungsreicher sein. Probiere es einfach mal aus, ich bin sicher, du wirst nach einer schwierigen Anfangszeit Gefallen an dem neuen Hundeleben haben.

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Rosalie fragt:

Hallo Lou, ich belle immer unseren Besuch an, auch wenn das Zwergenkind der Familie Besuch hat, bin ich ganz jaulig. Und wenn Frauchen sich draußen unterhält, quatsch ich immer dazwischen. Kommt leider nicht immer so gut an, werde dann immer ausgeschimpft, voll blöd.

Lous Antwort: 

Hi Rosalie, deinen Frust kann ich voll nachvollziehen. Da verstehe einer die Menschen! Den lieben langen Tag quatschen sie miteinander, selten steht der Mund still. Auch uns texten sie voll, manchmal bin ich ganz wuschig von dem Gerede und weiß letztendlich nicht, was Mensch von mir will. Wir Hunde möchten unserer Familie gerne gefallen und wir lieben es im Mittelpunkt zu stehen, also „unterhalten“ wir uns mit ihnen, wann immer es passt, besonders, wenn Mensch uns nicht beachtet. Und Besuch oder mit anderen Menschen sich unterhalten, also wirklich, das ist ein absolutes No-Go, wo bleiben wir denn bitte?

Obwohl, … manche Hunde ziehen sich, wenn sie Lust haben, einfach auf ihren Platz in ihr Körbchen zurück, die Welt könnte untergehen, der Himmel könnte ihnen auf den Kopf fallen, auf ihrem Platz sind sie sicher. Dann brauchen sie nicht den Besuch kontrollieren, immer alles beobachten und kommentieren. Ich denke, das könnte für uns viel stressfreier sein: soll sich doch Herrchen oder Frauchen um alles kümmern! Hunde wollen draußen schnüffeln, spielen, rennen und in der Wohnung ist kuscheln, spielen und schlafen angesagt und futtern geht immer. Die Welt wollen wir nicht regieren, das können andere machen, wir Hunde sind ja sehr schlau. Denk mal drüber nach, probiere es einfach mal aus. Bin schon auf deinen ersten Bericht sehr gespannt.

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Aisha, Berger de Pyrénées, 5 Jahre alt, fragt: 

Lieber Lou, wenn ich mit Frauchen unterwegs bin, kommt mir ab und an ein winziger Chihuahua entgegen. Meist ist er auf dem Arm seines Herrchens. Ich vermute, dass er kaum Beine hat oder gelähmt ist, denn ich habe ihn noch nie wirklich laufen gesehen. Aber der macht nen Mörder Alarm auf dem Arm. Das geht auf keine Kuhhaut. Und wenn ich dem mal auf meine Art antworte, ist Frauchen gleich tierisch sauer. Was kann ich tun? 

Lous Antwort:

Hallo Aisha, du bist der Rasse nach zu urteilen eine große imposante Hundeerscheinung. Und nun überleg mal! Der Chihuahua ist doch so winzig, sein Herrchen hat Angst, du könntest seinen Liebling beim Einatmen verschlucken. Und auf Herrchens Arm ist der Winzling nun viel größer als du, da kann er schon mal eine „große“ Klappe riskieren. Akzeptiere am besten, dass Hundehalter mit kleinen Hunden meistens Schiss vor großen Hunden haben und wenn du bellst und das fremde Herrchen anspringen würdest, (das macht ein gut erzogener Hund ja so und so nicht) dann verstärkst du nur deren Angst. Versuch mal dein Frauchen zu überzeugen, dass du auch auf den Arm möchtest, dann ist das Größenverhältnis wiederhergestellt.

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Don, Golden Retriever, 2 Jahre alt, fragt: 

Lou, bei uns nebenan wohnen zwei Katzen. Immer, wenn ich in den Garten will, lauern sie auf der Mauer, wie zum Angriff bereit und machen so nen komischen Buckel. Können Katzen eigentlich gefährlich werden?

Lous Antwort:

Don, auch ich habe bereits Katzen kennen gelernt. Ohja, Katzen können sehr gefährliche Tiere sein. Im Gegensatz zu uns bewegen sie sich nicht nur auf dem Boden, Sessel oder Sofa, nein, sie können auf Bäume klettern und auf Zäunen, Mauern und Schränken sitzen. Sie wissen, dass sie da vor uns sicher sind und fauchen und beschimpfen uns. mieze

Außerdem sind sie sehr schnell und können sagenhafte Haken schlagen. Und wenn wir sie in die Enge treiben können, so nimm dich vor den Krallen in Acht! Sie schlagen dir ins Gesicht und du hast hässliche Wunden oder ein verletztes Auge. Wenn du sie aber näher kennlernen kannst, wirst du merken, dass es auch sehr liebe, hundefreundliche Katzen gibt.

Und zusammen sind Hund und Katze unschlagbar. Katze springt auf das Regal, wirft das Essen herunter, Hund reißt die Packung auf und schon schmausen sie zusammen.

 

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Nudel vom Rudel der Pudel, 1 Jahr alt, fragt: 

Hallo Lou! Du, mein Frauchen geht mit mir immer zum Dogdancing. Erstens habe ich da voll kein Bock drauf, ich würde viel lieber den Kindern die Bälle klauen und damit wegrennen. Zweitens finde ich die Musik blöd. Gibt es eigentlich Musik speziell für Hunde?

Lous Antwort:

Mein lieber Nudel, so sind sie, die Menschen! Wiegen sich und hüpfen gerne bei Musik hin und her und nun sollen wir das als ihre Lieblinge mitmachen. Zum Glück sieht dein Fell normal aus, stell dir vor, dein Frauchen lässt dir eine alberne Frisur machen, mit Pompons an den Beinen und einem rosa Tutu! Wenn dich die anderen Hunde aus der Nachbarschaft so sehen würden, das wäre doch ober peinlich! Also hüpfe mir ihr zusammen herum und überlege, wie du sie zu deinen sportlichen Ambitionen überreden kannst. Ihr könntet um die Wette rennen und nach Bällen springen. Wetten, dass ich weiß, wer da der Gewinner ist. Musik für Hunde, ja, wir Hunde sind sehr musikalisch, man sagt uns nach, dass wir die klassischen Musikstücke am liebsten hören, Rock und Techno machen mich aggressiv. Meine Lieblingsmusik: Kühlschranktürklappen, Tütenknistern, das herrliche Klappern der Futterschüssel auf dem Fußboden, Leinenklirren und die Stimmen von Herrchen und Frauchen. Und wie sieht es da bei dir aus?

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